Interkulturelle Situationen – Verstrickung und Entfaltung

Die Perspektive der Neuen Phänomenologie
Dr. Werner Müller-Pelzer ist seit 1990 Dozent an der Fachhochschule Dortmund. Im Fachbereich Wirtschaft umfasst sein Lehrgebiet Wirtschaftsfranzösisch, Wirtschaftsspanisch und Interkulturelle Kompetenz. Er ist verantwortlich für den Studiengang International Business deutsch-französisch und deutsch-spanisch. Seit seiner Dissertation über Montaigne ist er der von Hermann Schmitz begründeten Neuen Phänomenologie verbunden. Im vorliegenden Aufsatzband wendet er sich gegen eine konstellationistische Verkürzung interkultureller Erfahrungen. Um der unverstellten Lebenserfahrung zu ihrem Recht zu verhelfen, greift er von unterschiedlichen Blickwinkeln aus auf den Begriff der Situation zurück – einem von der Neuen Phänomenologie aufgedeckten Gegenstandstyp – sowie auf den des Leibes als Grundlage des personalen Lebens. Mit dem von H. Schmitz geführten Nachweis originärer subjektiver Tatsachen erhalten Selbsteinschätzung und Selbstbesinnung einen neuen Stellenwert im Rahmen interkultureller Erfahrungen.

Inhalt:
Vorwort

1 In interkulturelle Situationen verstrickt – savoir être aus neuphänomenologischer Perspektive

2 Enredado en Situaciones interculturales – El Reto del Desarrollo de la Personalidad en el Diversity Management intercultural

3 Intercultural Competence evaluated – the End of an Illusion

4 Intercultural Competence – a phenomenological approach

5 Deutsch-französische Kulturwissenschaft im Dialog mit der Neuen Phänomenologie

6 Die Internationalisierung der Hochschulen – eine europäische Institution am Scheideweg

7 Evaluation von transkulturellen und interkulturellen Kompetenzen – eine Bestandsaufnahme

8 Überlegungen zur interkulturellen Schlüsselkompetenz

9 Internationalisierung der Hochschule und Mehrsprachigkeit – eine Problemskizze

10 Der Leib und die Gefühle – die vergessenen Basis der interkulturellen Kommunikation

11 Die leibliche Basis der interkulturellen Situationen

12 La communication « corporelle »: Une nouvelle clef pour la compréhension de la Communication interculturelle

Anhang
1 Hermann Schmitz: Ancienne et nouvelle Phénoménologie
2 Hermann Schmitz : Antigua y nueva fenonomenología
3 Hermann Schmitz: Lehrstücke

ISBN 978-3-95404-206-7
http://www.cuvillier.de/flycms/de/html/30/-UickI3zKPS3xcEY=/Buchdetails.html

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Une réponse à Interkulturelle Situationen – Verstrickung und Entfaltung

  1. Doch was hat es auf sich mit der Neuen Phänomenologie? Stellen wir die Frage nach dem Verhältnis zur «alten» oder älteren Phänomenologie, von der sich Schmitz deutlich abgrenzt, erst einmal zurück. Denn es geht um mehr als um einen Streit zwischen Schulen und ihre (Be-) Gründung. Bei Schmitz wird – wie ähnlich schon bei Heidegger oder beim frühen Derrida – die gesamte Philosophie seit Demokrit und Platon einer Vergesslichkeit wegen getadelt. Exakt den Ausgang der Seeschlacht vor Salamis 480 v. Chr., in der sich «die europäische Intellektualkultur» gegen die «orientalische Autoritätskultur» durchsetzte, macht Schmitz für eine Entwicklung verantwortlich, in der im Zuge der «demokritisch-platonischen Revolution der Denkungsart» «drei Viertel der unverkünstelten Lebenserfahrung aus der als objektiv anerkannten Welt ausgewiesen und in das Halbdunkel des den Dichtern, Frauen und Erbaulichrednern überlassenen bloss Subjektiven abgedrängt» wurden. In Vergessenheit geriet – unter dem sich durchsetzenden Vorrang fester Körper und quantifizierbarer Grössen als Erkenntnisgegenständen –: der Leib.